Wirtschaftliche und

ökologische Vorteile

kombiniert

Eine geschickte Steuerung von Lasten in einem Gebäude kappt Leistungsspitzen und erhöht den Eigenverbrauch von Strom aus Photovoltaikanlagen. Das spart Netzkosten.

Mit der Energiestrategie 2050 setzt der Bundesrat ambitiöse Ziele für die künftige Energieversorgung der Schweiz. Eine Schlüsselfunktion kommt dabei dem Energiemanagement zu. Dabei geht es vor allem um die Abstimmung zwischen Verbrauch und Produktion. Möglich sind diese Funktionen mit einem Energiemanagementsystem (EMS), das gemäss dem jeweils aktuellen betrieblichen Bedarfsprofil einfach konfigurierbar ist. Mit Instrumenten des EMS wird der Leistungs- und Energiebedarf eines Gebäudes optimiert und senkt damit Kosten.

Rundsteuerung genügt nicht
Der stark schwankende Strombedarf von Fabriken, Gewerbe- und Wohnhäusern war schon immer eine betriebliche Knacknuss für Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU). Seit Jahrzehnten nutzen EVU die «Rundsteuerung», indem sie mit einem Signal über das Hausversorgungsnetz schaltbare Verbraucher wie beispielsweise Elektroboiler ein- respektive ausschalten. Doch in den letzten Jahren hat die Zahl elektrischer Verbraucher enorm zugenommen; zudem «hängen» eine wachsende Anzahl dezentraler Stromerzeuger am Netz, beispielsweise Photovoltaikanlagen. Diese Vielfalt bietet ein grosses Potenzial für Energiemanagementsysteme. Grundlage des Energiemanagements bilden Daten zur Leistung und zum Verbrauch über 24 Stunden und 365 Tage. Eine Aufgabe für intelligente Smart-Meter-Lösungen, wie sie immer häufiger zum Einsatz kommen. Diese Geräte ersetzen nicht nur die guten alten analogen Elektrozähler, sie liefern darüber hinaus Hauseigentümern und Energiebeauftragten in Unternehmen rund um die Uhr einen Überblick über den Verbrauch und die beanspruchte Leistung.

Vielfalt ist nützlich
Wärmepumpen für die Beheizung und Wassererwärmung, oft in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage, machen Managementfunktionen noch interessanter. Denn durch Abstimmung zwischen Produktion und Verbrauch von Strom lassen sich Netzgebühren einsparen, die bei einer Rückspeisung und späterem Bezug anfallen würden – «Erhöhung des Eigenverbrauches» heisst es in der Energieverordnung. Netzgebühren machen mehr als die Hälfte des Strompreises aus. Das neue Energierecht erlaubt Hausbesitzern und Gewerbebetriebe ausdrücklich, selbst produzierte Energie im eigenen Haus oder in einer Verbrauchsgemeinschaft zu nutzen. Die Wärmepumpe schaltet ein, wenn die Sonne hoch steht und viel Solarstrom anfällt. Falls das Gebäude zu dieser Tageszeit kein Heizbedarf hat, «füllt» die Wärmepumpe den Wärmespeicher oder den Warmwasserbehälter. Sofern verfügbar, wird das Elektrofahrzeug und das E-Bike geladen. In heute noch eher seltenen Fällen «schluckt» die elektrische Batterie im Keller etwas Solarstrom. Schaltbar in einem Einfamilienhaus ist zudem die Waschmaschine (vor oder nach einem Waschgang).

Leistungsspitzen kappen
In kleinen und mittleren Gewerbebetrieben sind die Einsparpotenziale noch grösser, weil viele automatisierte Arbeitsschritte mit der Photovoltaikanlage synchronisiert werden können. Durch geschicktes Management lassen sich Lasten flexibler steuern und damit Leistungsspitzen kappen, was viel Geld spart. Energiemanagement kombiniert wirtschaftliche und ökologische Vorteile. Denn aufgrund der Kosteneffizienz einer Lösung werden Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien attraktiver ̶ das fördert neue Projekte. Mit einem EMS kommen weder neue Aufgaben noch ein «Datensalat» auf Hauseigentümer und Gewerbetreibende zu. Diese Systeme funktionieren vollautomatisch und nutzen Smart-Meter-Daten sehr selektiv.

Visualisierung
Eine beliebte Option von neuen Managementsystemen sind die Visualisierungsfunktionen, wie sie Smartpower anbietet, das EMS-Angebot von Repower. Die grafische Darstellung von Verbrauch, Leistung, Einspeisung und Bezug schafft Entscheidungsgrundlagen und deckt Informationsbedürfnisse von Strombezügern ab. Abrufen lassen sich diese Infos auch über eine App, wie alle Smartpower-Funktionen über diese App gesteuert werden können. So wird die Energiezukunft farbig!

Über den Autor

Karl Thoma

Karl Thoma

Leiter Produktmanagement

Karl Thoma ist seit Anfang 2017 Leiter Produktmanagement bei Repower. In dieser Funktion verantwortet er das gesamte Produktmanagement und die Entwicklung von neuen Dienstleistungen und Services. Zuvor hat er die Entwicklung von PLUG’N ROLL, dem Elektromobilitätsangebot von Repower, massgeblich mitgeprägt.

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