Mobilität im Wandel:

Die Zukunft rollt

elektrisch an

Wie wird unsere Mobilität im Jahr 2030 aussehen? Prognosen sind immer schwierig, doch eins scheint festzustehen: Das aktuelle Paradigma auf der Basis von Verbrennungsmotoren, die unsere Luft mit Lärm, Feinstaub und schädlichen Abgasen belasten, dürfte bald überholt sein. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass den mit Strom betriebenen und somit leisen und lokal emissionsfreien Fahrzeugen die Zukunft gehört.

Die Statistiken sprechen jedenfalls eine klare Sprache. Das Jahr 2017 verzeichnete gemäss einer Studie der Internationalen Energieagentur (IEA) einen neuen Meilenstein für die Elektromobilität: 1 Million Personenwagen mit einem Ladestecker – voll- oder hybridelektrisch – wurden in diesem Zeitraum weltweit verkauft. Damit wuchs der Elektroautomarkt im Vergleich zu 2016 um 54 Prozent. Insgesamt sind heute 3 Millionen Stromer auf den Strassen des Globus unterwegs. Ebenso rasch nimmt die Anzahl der elektrisch betriebenen Busse und Zweiräder zu. Das Wachstum findet zwar noch auf tiefem Niveau statt. Aber vieles deutet darauf hin, dass Elektroautos in naher Zukunft vom Nischen- zum Massenphänomen avancieren werden. In Szenarien der IEA besteht die globale E-Auto-Flotte im Jahr 2030 aus bis zu 220 Millionen Fahrzeugen.

Entscheidend: Kostenparität und Ladeinfrastruktur

Einer nach dem anderen präsentieren die grössten Autobauer ihre neuen Stromer-Modelle. Elektroautos werden dank des raschen Rückgangs der Batteriepreise immer erschwinglicher. Die Preise für die Speicherakkus – die teuerste Komponente in einem Elektrofahrzeug – sind seit 2010 um fast 80 Prozent gefallen. Bis 2025 könnten sich die Akkupreise Experten zufolge noch einmal halbieren. Zudem bekommen Kunden immer häufiger die Möglichkeit, die Batterie zu mieten statt zu kaufen. Erste elektrisch fahrende Stadtautos für weniger als 20'000 Franken sind bereits am Markt erhältlich. Der Fahrspass kommt dabei aber auch nicht zu kurz. Und in Sachen Lebenszykluskosten schneiden E-Autos schon heute in einigen Märkten besser als die Konkurrenz ab. Berücksichtigt man neben dem Kaufpreis auch die Treibstoff-, Wartungs-, Versicherungs- und Abschreibungskosten sowie die Steuern und Abgaben, kostet ein Elektroauto über vier Nutzungsjahre in Ländern wie Grossbritannien und Japan sowie in den US-Bundesstaaten Texas und Kalifornien weniger als Benziner und Dieselautos. 

Die Kosten sind allerdings nicht das einzige Kriterium für den Markterfolg. Untersuchungen zeigen, dass potenzielle Käufer auch die Reichweite der Stromer und das noch als lückenhaft empfundene Ladenetz beim Kaufentscheid sehr hoch bewerten. Investitionen in die Infrastruktur sind also vital für den Durchbruch der E-Mobilität. 

Aus ökologischer Sicht hat das Elektroauto das Potenzial, eine wirklich nachhaltige Mobilität zu ermöglichen – vorausgesetzt, es wird mit sauberem Strom aufgeladen. Die Umweltbilanz wird allerdings auch von der energieintensiven Herstellung der Batterie massgeblich geprägt. Entsteht diese in Ländern mit einem von Kohle dominierten Strommix, startet das Elektroauto bereits mit einem schweren CO2-Rucksack in seine Nutzungsphase. Ist der Akku jedoch nur so gross wie nötig und wird er mit Erneuerbaren hergestellt, dann sind Elektromobile umweltfreundlicher als die anderen Antriebsarten. 

Veränderungen im Mobilitätsverhalten

Das bedeutet aber nicht, dass Steckerautos allein die Zukunft dominieren werden. Vielmehr ist von einem Technologiemix auszugehen, zu dem auch Wasserstoff-Brennstoffzellen, Gasmotoren, Hybride und die traditionellen Verbrenner zählen dürften. Mittelfristig könnten Wasserstoff und Erdgas als Brennstoffe mit einer hohen Energiedichte die Reichweiten liefern, die sich viele wünschen. Aber auch diese Alternativen werden nur tragbar sein, wenn grosse Investitionen in die nötige Infrastruktur getätigt werden.

Neben der Antriebstechnologie steht auch das Mobilitätsverhalten der Menschen vor einem tiefgreifenden Wandel. Der Autobesitz wird in Zukunft aller Voraussicht zugunsten von Mitfahr- und Carsharing-Diensten zurückgehen. Entscheidend vorangetrieben wird diese Entwicklung durch die sukzessive Einführung selbstfahrender Autos. «Robo-Taxis», die jederzeit zur Verfügung stehen, würden helfen, Treibstoffverbrauch und Parkplatzbedarf zu verringern. Weitere Trends wie die Kommunikation unter Fahrzeugen und zwischen Fahrzeug und Infrastruktur sollen zudem zu weniger Staus und Verkehrsunfällen führen.

Auch in der Schweiz zeichnet sich eine Wende ab: Mit der kürzlich ins Leben gerufene Roadmap Elektromobilität wollen Politik und Wirtschaft zur Expansion des Elektroautos hierzulande beitragen. Der Marktanteil von Plugin-Hybriden und Batterie-Autos soll bis 2022 von heute knapp 3 Prozent auf 15 Prozent ansteigen. Wie wir uns in Zukunft fortbewegen werden, können wir zwar nicht in allem Detail voraussehen. Sicher ist aber, dass Elektromotoren einen immer grösseren Anteil daran haben werden.

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Über den Autor

Tao Krauspe

Tao Krauspe

Leiter Produktmanagement E-Mobility

Tao Krauspe ist seit Anfang 2018 Leiter Produktmanagement E-Mobility bei Repower und prägt seit 2013 den Aufbau des E-Mobility Geschäftsfeldes der Repower in der Schweiz. Als Experte des E-Mobility-Marktes verantwortet er mit seinem Team das PLUG’N ROLL Produktportfolio und treibt mit Innovationen und strategischen Initiativen das PLUG’N ROLL Business Development voran.

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